Donnerstag, 25. Dezember 2008

08 Nachtrag Schelde / Teesport

Nachtrag zu gestern Heiligabend: Es hat ein Weihnachtsessen gegeben, dass
anfing, als wir etwas 20 min aus der Schleuse raus waren. Zum essen musste
ich da als einer der ersten, es gab reichlich: Spiessbraten (heisst das so?
Ich meine ein Schwein mit Apfel im Maul, bzw Birne), Fisch, Nudelsalat,
Knoblauchbrot, anderer Salat und noch mehr. War lecker.
....
Als der Scheldelotse von Bord war, durfte ich noch ne halbe Stunde bei der
Feier verbringen und stellte fest, dass sich jemand meinen Geschenkebeutel
unter den Nagel gerissen hatte. Dank des Kochs habe ich den spaeter aber
doch noch bekommen. Unsere Geschenke sind nicht schlecht. Verrate ich aber
natuerlich nicht hier, was das alles ist.


25.12.2008 10.00 54_14_N 000_38_E Oestlich von England
Heute waren wir auf Kollisionskurs mit dem 246m langen Tanker "Navion
Torinita". Das ist an & fuer sich ja nichts besonderes, sowas kommt in Nord-
& Ostsee dauernd vor, aber da konnte ich einen "Vorderladertanker" endlich
mal in echt sehen, sogar von relativ nah, halbe Meile war der am Ende weg.
Wir waren Kurshalter, konnte also nicht viel machen, ausser beobachten,
abwarten & Strategie ueberlegen. Unsere Geschwindigkeit 20 kn, die des
Tankers ca.5 kn. Wir sind ein relativ wendiges Schiff mit Verstellpropeller,
Beckerruder usw und haben einen guten Tiefgang, soll heissen, das Ruder ist
komplett im Wasser. Der Tanker scheint leer zu sein, jedenfalls kann man
deutlich erkennen, dass Wulstbug und Ruder zum Grossteil ausm Wasser
raus-gucken. Als er endlich seinen Kurs aendert, bewegt er sich
dementsprechend ziemlich schwerfaellig, mit dem Fernglas kann man seine
Kursaenderung nur bei laengerem Hinsehen wahrnehmen. Eigentlich gemein, dass
die Kollisions- verhuetungsregeln das grosse Schiff zum Ausweichen zwingen,
nur weil es uns an seiner Steuerbordseite hat. Andererseits gilt die StVO ja
auch fuer Autos und Lastwagen gleich.
25.12.2008 13.20 Teesport Lotsenstation
Unser Lotse kommt gleich an Bord, dann fahren wir direkt in den Hafen rein.
Mal sehen, ob wir diesmal wieder Besuch bekommen.
nnnn

07 Antwerpen II, Schelde

Fortsetzung Antwerpen

Was vor "06 Antwerpen" geschah:
Kurz vor 6 anruf, runter, unser Schiff in einer der vier grossen Antwerpener
Schleusen. Um 05.55 uebergibt der 2/M mir das Funkgeraet, damit bin ich
dran, auf der Achterstation. Kurz darauf legen wir am MSC Heimatterminal an,
auf Platz 722. Unsere Gangway kaeme auf einem Poller zu liegen, so nehmen
wir eine andere Gangway, die man per Kran verlegen kann. Der Kran tut nicht,
ich will gerade den Blitz anrufen, da tut der Kran doch. Gut, alles schoen.
Tiefgang ablesen ist dann die naechste Aufgabe, in der Zeit nimmt Praktikant
Kai Wasser, damit wir auch schon die Dichte bestimmen koennen. Spaeter
Hafenladungswache etc. Nach dem Mittagessen Reiseplanung fuer die Route
Holtenau-Rauma, die in dieser Form neu ist, aber in Teilen gleich mit alten
Routen. Hat der Praktikant gut gemacht, nur teilweise korrigiere ich, tippe
ab usw. Nebenbei reden wir mit dem Techniker von Radio Holland, der auch
noch auf der Bruecke und auf dem Peildeck rummokelt. Unser Echolot ist nur
insofern wieder heile, dass wir es im Notfall benutzen koennen, sonst nicht,
das X-Band-Radar geht gar nicht und mit der Kaffeemaschine ist ploetzlich
auch irgendwas. Da sage ich zu ihm: Du bist hier, umSachen heile zu machen,
nicht kaputt. Jedenfalls versucht er fuer uns einen Service in Bremerhaven
zu organisieren, aber selbst bei der entsprechenden Hotline heisst es: Bis
Montag ist hier geschlossen. Nebenbei riecht es auf der Bruecke verbrannt,
denn offensichtlich wird Spiessbraten irgendwo zubereitet, wo in der Naehe
Ansaugstutzen fuer die Wohnraumlueftung sind. Pause.

Was nach "06 Antwerpen" geschah:
1715 anruf, 1730 runter Knoblauchbrot essen, schwarzen heissen Tee nehmen,
bzw mit runter nehmen nach Deck 6, wo ich den 2/O abloese um 1750 Uhr.
Unsere Achterleine halte ich mit der Winde auf einer Spannung von ca 60%,
ansonsten im wahrsten Wortsinn: Abwarten und Tee trinken. Irgendwann koennen
wir dann doch noch los, wir verstauen alles vernuenftig fuer die Seereise
nach Engeland, was ich dem C/O auch melde. Er entlaesst uns aber nicht von
unserer Station, so dass ich also hinten bleibe, und ab & zu ueber Funk
frage, ob ich hochgehen kann. Weil keine Antwort kommt wie sonst bleibe ich
auf der Holzbank sitzen, die wir hinten haben, sehe mir die Landschaft an &
fuehle mich wie ein Passagier. Irgendwann habe ich keine Lust mehr, ziehe
mich um & gehe auf die Bruecke.
Um 2036 sind wir auf Hoehe Vlissingen bzw Flushing, ich gehe an Deck zur
Lotsenleiter, wo der Bootsmann wartet. Vom Lotsenboot Nr 2 kommt ein Lotse
zu uns herauf, den ich zum Treppenhaus bringe. Kurze Zeit spaeter kommt ein
anderer Lotse runter, ich begleite ihn zur Lotsenleiter und sehe, wer
ploetzlich auf dem Lotsenboot steht: Es ist der Weihnachtstmann, der aber
diesmal zu seiner Kutte nicht die entprechende Muetze traegt sondern aus
Sympathie zu seinen Schlittenviechern ein Geweih aufm Kopf hat. Um 2144
peile ich die Racon Wandelaar in 258 Grad, Abstand 1,87nm. 6 min spaeter
Gps.Pos 51_24,7_N 003_02,8_E. Ueber Funk wird einem anderen Schiff
mitgeteilt, dass Ankern angesagt ist, da Antwerpen verstopft sei.
Interessante Umschreibung dafuer, dass wegen Weihnachten nicht genuegend
Lotsen verfuegbar sind. Kurz nach elf geht dann der Lotse von Bord, er
steigt in ein kleines Motorboot, 2324 Beginn Seereise 51_45_N 003_11_E,
der Kapitaen, der erst kurz vor Lotsenabgabe wieder aufe Bruecke kam, laesst
mich wieder alleine. Das ist i.O. Um Mitternacht ist Schluss, weil ab dann
der 2/M das Schiff weiterfaehrt. Ich mache noch etwas bei der
Weihnachtsfeier auf Deck 6 mit Karaoke ist das Stichwort. 0120 Feier vorbei,
Beginn dieses Berichts, 0146 Ende.
p.s.: In 12 Stunden am Lotsen Teesport, ob wir da dann direkt reinfahren
oder nicht ist offen.
nnnn

Mittwoch, 24. Dezember 2008

06 "Eilbek" Antwerpen / Teesport

06 Antwerpen 51_20_ N 004_20_E

Heute ist der 24. Dezember 2008, es ist 00.42 Uhr. So vergingen diese 42
Minuten, die ich seit Mitternacht schon frei habe: 10 min war meine
Abloesung zu spaet, 6 min gingen drauf fuer zuruecklaufen, Bunkerboot gucken
und umziehen, 20 min fuer Suppe essen, 2 min fuer hochlaufen, 2 fuer Alarme
quittieren auf der Bruecke, 2 fuer Logbucheintragungen.
Aus gegebenem Anlass hier noch mal der Link zu dieser Seite:
www.currus.twoday.net
Auch hier in Belgien ist Weihnachten, man sieht das zum einen daran, dass
einige Bunkerboote zusaetzliche Beleuchtung fahren, die Barge, die uns
vorhin mittelleichtes Dieseloel gebracht hat, war mit blau leuchtendem
Lichterschlauch versehen, fast ganz rum, sieht astrein aus. Eine andere habe
ich vorhin gesehen, die hatte ihre Halogendecksleuchten phosphorgruen. Auch
witzig.
Zum anderen erkennt man die Weihnachtszeit am Nichtvorhandensein der hier
sonst reichlichen Feederbinnenschiffe und daran, dass es eventuelle heute
keinen Lotsen fuer uns gibt, wenn wir hier um 14 Uhr fertig sind. Als Feeder
haben wir eben keine Prioritaet, schon gar nicht hier, wo sich das Terminal
MSC Heimatterminal nennt und mithin reichlich grosse MSC-Schiffe abgefertigt
werden. Das heisst auch fuer uns, dass wir allerfruehestens am 26.12. um 16
Uhr im Hafen Teesport anlegen.
Uebrigens: Meine Taschenlampe ist inzwischen auch farbig, die Leuchtdiode
war kaputt und der Elektriker hatte nur eine passende Diode in rot. Das
reicht fuer Kleinigkeiten wie Temperaturen ablesen voellig aus. Kai habe ich
gesagt, er darf die auch wohl benutzen, in meiner Wache allerdings nicht in
der Steuerbordnock.
Frohe Weihnachten, Bis Bald, Keno
nnnn

Sonntag, 21. Dezember 2008

05 Ostsee / Gotland

In der Ostsee ist Seefahrt ganz anders als ich Navigation bisher
kennengelernt habe. Bespielsweise waere es frueher fuer mich unvorstellbar
gewesen, mit einer Schiffsgeschwindigkeit von 18 Knoten und 250 Meter
Passierabstand an einer Tonne vorbeizufahren. Hier scheint das normal zu
sein, bzw laesst sich sowas nicht immer vermeiden. Unser Kapitaen sagte
schon, der Verkehr nehme von Jahr zu Jahr zu und irgendwann gibts womoeglich
verschiedene Fahrspuren, fuer die Mindestgeschwindigkeiten festgelegt
wuerden. Das waere zumindest mal eine Idee, denn in der Ostsee fahren sehr
viele Fahrzeuge nur zwischen 8 und 12 Knoten.


Situationsbericht vom 05.12.2008 10.48 Uhr φ 57°39'N λ 018°03'E

Wir fahren mit 18,1 kn & einem Kurs von 206° westlich an Gotland vorbei.
Unser korrigertes GM betraegt einen Meter (0,8m Minimum), unser Tiefgang
liegt mit 9,25 m nur knapp unterm Maximum.
Wir werden gerade steuerbord von der Finnlandfaehre "Finnreel" ueberholt,
die mit ueber 19 kn nach Hull unterwegs ist. Wir ueberholen waehrenddessen
den 124m-Frachter "Stalingrad" der an unserer Backbordseite mit 8,1 kn nach
Liverpool tuckert. Gleichzeitig kommt uns der Tanker "Sten Aurora" entgegen,
der seine 144m mit 14 kn nach Stockholm schiebt. Soweit die Verkehrslage in
dieser Situation. Ist ok soweit, nervig allerdings, dass wegen Deckwaschens
staendig Bilgenalarm ausgeloest wird, der auf der Bruecke nur optisch, nicht
akustisch wahrgenommen werden kann. Somit ruft haeufig jemand aus der
Maschine an, dass der Alarm quittiert werden soll, denn jedesmal wenn ich
gerade kurz am Kartentisch, in einer Nock oder im Schrank bin, sehe ich das
rote Laempchen nicht sofort aufblinken. Bei den akuten Tanks habe ich per
Computer die Leitungen geoeffnet, die Pumpen kann ich aber nicht anmachen,
wenn nur so wenig Wasser drin ist, dass man gerade der Sensor ausloest. Eine
Zwickmuehlensituation. Praktikant Kai macht am Kartentisch Korrekturen und
alle 20 min eine Position. Ausserdem quittiert er viele der
Funkgeraettestalarme, die dauernd auflaufen und zeichnet zwei Ankergebiete
vor Klaipeda ein, deren Koordinaten der Kapitaen uns eben gegeben hat.
Offensichtlich hat der da eine gute Quelle, bei den amtlichen Nachrichten
fuer Seefahrer waren die noch nicht dabei.

Anmerkungen:

Die o.b. Situation ist schon ueber 2 Wochen her, die Alarmeinheit wurde
umgebaut, nun gibt es akustischen Alarm. Allerdings nicht nur fuer
Bilgen-/Ballastalarm sondern fuer alles, was im Schiff als kritischer oder
nichtkritischer Alarm gilt. Auch wieder nervig, aber was soll man machen.

Der Chief hat sich letztens gewundert, dass ich ein rotes Alarmsignal in
Naehe des Maschinentelegraphen einfach mit einem Becheruntersetzer zudecke
und mich gefragt, ob ich mir da keine Sorgen mache. Da habe ich geantwortet,
dass mir nach dem, was ich auf meinem letzten Containerschiff alles erleben
musste, voellig egal ist, ob da ein Laempchen blinkt oder nicht. Mit dem
Deckchen darueber hoert es zwar nicht auf, aber man sieht es nicht mehr.

nnnn

04 Rauma Fortsetzung

61_08_N 021_26_E Rauma, 16.-18.12.2008

Moin,
bei der Hafenstaatkontrolle kam raus, dass alles in Ordnung ist. Wenn man im
Internet nachliest (parismou.org - inspection database) steht da
sicherlich bei unserem Schiff 0 deficencies, d.h. keine Beanstandungen. Da
haben wir also Glueck gehabt.
Nachmittags waren wir an Land, C/E, Kai und ich. Um 15 Uhr Bordzeit haben
wir uns auf den Weg gemacht. (Bordzeit schreibe ich immer, weil wir unsere
Uhren nicht stellen, in Finnland und Litauen ist die Ortszeit schon eine
Stunde weiter, in England eine zurueck, ueberall sonst ist gleich.)
Mit einem Taxi waren wir zu einem Einkaufszentrum gefahren. Nach dem
Einkaufen haben wir uns in ein Cafe da in der Naehe begeben um heisse
Getraenke zu nehmen und Kuchen zu essen. Unser Chief bestellte als erstes an
der Theke Kuchen und Kaffee und wunderte sich ueber den genannten Preis. Da
sagt die Bedienung: "Es ist Weihnachtszeit, da brauchen Sie fuer Kaffee
nicht zu bezahlen". !!!! (In Deutschland wuerde es wohl eher heissen: Es ist
Weihnachtszeit, da kostet Kaffee nun das Doppelte). Kurz darauf wollte ich
mir gerade schwarzen Tee in eine Tasse einschenken, da unterbricht mich eine
andere Bedienung dabei und redet auf finnisch auf mich ein. Ich dachte erst,
das "Weihnachtsangebot" gelte wohl nicht fuer Tee, aber als sie auf englisch
weiterredet verstehe ich: Sie wollte mich nur dazu bringen, einen Becher zu
nehmen, da da ja mehr reingeht, der aber ebenfalls kostenlos ist. Da war sie
dann erfolgreich mit.
Gerne moechte ich in Rauma wieder an Land, nach dem aktuellen Fahrplan
waeren wir Silvester schon da, weil bei der naechsten Reise Klaipeda
ausfaellt.
Bis Bald, Keno
nnnn

Mittwoch, 17. Dezember 2008

03 Kein Gruenkohl in Rauma

61_08_N 021_26_E

Moin,

hier in Finnland haben wir Temperaturen um den Gefrierpunkt, gestern hat es
sogar geschneit, nachdem wir in Rauma ankamen. Es ist sehr diesig und dazu
gibt es ganz feinen Nieselregen. Nach unserer Bordzeit, die auch deutsche
Zeit ist, ist es nun ein Uhr mittags, ich habe also schon sechs Stunden
Wache an Deck und Mittagessen hinter mir. Gleich lege ich eine Ruhepause
ein, um drei werde ich mit dem Chief an Land gehen, vielleicht kommt Kai
(Praktikant) auch mit.
Bei der Ladungswache war insbesondere eine Sache gemein: Irgendwie roch es
nach Gruenkohl und das waere heute Mittach genau das Richtige gewesen. Nun
denn, sollte irgendwer auf die Idee kommen, unser Schiff in Bremerhaven zu
besuchen, muss Gruenkohl mitgebracht werden.
Demnaechst schreibe ich mehr, z.B. was bei der Hafenstaatkontrolle
herauskam, die wir gestern hier hatten.
Bis Bald, Keno
nnnn

Donnerstag, 11. Dezember 2008

02 geen verstekelingen

Deutsche Bucht, 54_25_N 004_27_E Donnerstag, 11.12.2008

Moin, zweite Nachricht nun, haeufig habe ich Ideen, was ich alles schreiben
kann und moechte, aber wenn ich schonmal Notizen machen kann, dann nur in
ein Notizbuch und das habe ich dann nicht, wenn ich Emails schreiben kann.
Heute abend werden wir ca. um 20 Uhr beim Weserlotsen ankommen & mithin wohl
um 22 Uhr in Bremerhaven fest sein.
Mal sehen, ob ich diesmal Gelegenheit haben werde, da an Land zu gehen,
wenigstens ins Seemannsheim wegen Internet. Beim letzten Mal in BRV waren 2
Leute von der Seemannsmission bei uns an Bord, die haben mit uns Mittag
gegessen, genau wie die zwei von der Deutschen Seemannsmission in Teesport,
die gestern bei uns zu Besuch waren.
Um Mitternacht sind wir von Teesport losgefahren, danach ging es quasi quer
rueber Richtung Helgoland. Dabei fahren wir eine Route, die ich letztens
gemacht habe. Die Nordseekarte 266 ("zwischen Dogger Nord und Hospital
Grund") wurde erst im NOK geliefert, als ich schon an Bord war. Vorher ist
dieses Schiff auf einem Umweg nach Bremerhaven gekommen, es hat sozusagen
eine Seekarte umfahren, die nicht da war.
Letztes Thema fuer heute: Das Raveling'sche Informationsparadoxon der
europaeischen Feederfahrt: Noch nie hatte ich auf einem Seeschiff soviele
bzw gute Moeglichkeiten mich ueber aktuelles Weltgeschehen zu informieren
(Zeitungen vom Kiosk an der NOKSchleuse, "Newslink" im Schiffsbuero aufm PC,
Zeitschriften von Seemannsmission oder von Besatzungsmitgliedern, die an
Land waren) und noch nie hatte ich so wenig Zeit dazu, was zu lesen. Ein
Anhaltspunkt zur Verdeutlichung - Regelarbeitszeit betraegt Montag bis
Freitag insgesamt 40 Stunden, was darueber hinaus geht sind Ueberstunden.
Davon habe ich allein im November 100 Stueck. (Zum Vergleich - auf anderen
Schiffen hatte ich 110 Ueberstunden im ganzen! Monat).
Naja, was solls. Die Stimmung insgesamt auf dem Schiff ist gut und das
zaehlt.
p.s.:
Die Ueberschrift habe ich auf einem Zettel in Antwerpen gelesen, bedeutet
wahrscheinlich, dass wir ohne blinde Passagiere ankamen.
nnnn

Freitag, 28. November 2008

01 Eilbek - Anfang

Heute sind wir in Bremerhaven, d.h. ich habe die erste Rundreise hinter mir.
Soweit ok hier an Bord, Kapitaen, Schiff, Verpflegung und Besatzung sind gut
und darum kann ich sogar damit leben, Container zu fahren.
Es ist gleich Mitternacht, ich bin sehr muede, schreibe aber demnaechst
mehr. Nur soviel vorweg: Das 169m lange Schiff kann 1600 TEU befoerdern -
theoretisch. Viel interessanter aber ist: Auf unserer Bruecke haben wir
Teppichboden.nnnn

Donnerstag, 18. September 2008

05 Ende

Schade, es ist vorbei nun.
Bin wieder in Ostfriesland, das nächste Schiff ist wohl wieder ein Frachtschiff.
Mal sehen, ob das wieder gebloggt wird.
Bis Dahin
Keno

nnnn

04 Vorbei

Tatsächlich! Die Zeit ist um, u.a. aus gesundheitlichen Gründen. Nun bin ich auf Kreta unterwegs, genauer in Heraklion, einer Hafenstadt in der es sehr heiss ist.


.... in dem es gar nicht so schlecht ist, nach drei Seiten offen, wie in Vietnam. Ein koffeinhaltiges Kaltgetränk kann ich bestellen obwohl ich weder Griechisch noch Kyrillisch beherrsche: Ich zeige auf der Anzeigetafel auf das entsprechende Bild und auf einen Sahneberg eines anderen Getränks. Was kommt ist lecker, allerdings etwas bitter obwohl ich Medium? bejahte. (Wie bitter ist dann bitte bitter?). Macht aber nichts, hier gibts zu jedem Kaffeegetränk ein Glas Wasser dazu, wie sich das gehört, echt super. Wie Brasilianerinnen sehen die Mädchen und Frauen aus, die vorbeigehen oder fahren. wer nur Kurzstrecken zurücklegt, hat keinen Helm auf.
Irgendwann ists soweit, ich habe reichlich Karten geschrieben, die Gläser sind leer & nur noch zweieinhalb Stunden bis zur Abholung. Bezahlt hab ich schon, mache mich aufn Weg, aber nicht denselben Weg am Wasser lang zurück, sondern durch die Stadt.
Ich bin lange unterwegs, und als ich merke, dass nur noch eine Stunde übrig ist, fahre ich mit einem Taxi zurück. Von der Richtung her war ich nicht falsch, aber die Entfernung hatte ich gewaltig unterschätzt. Fuenf Euro waren jedenfalls gut angelegt.
....
Mit der Crewpurserin gehen wir zum Bus, wo die anderen 4 Nachhauseflieger schon warten. Wo waren die eigentlich gestern abend bzw. heute morgen um halb drei als wir die traditionelle We will we will rock you f... you-Zeremonie über uns ergehen liessen?

Freitag, 29. August 2008

03 Fortnight vorbei

Zweite Woche ist nun auch rum. Die haben wir wieder damit verbracht, im Mittelmeer rumzufahren. Da unsere Route wöchentlich wechselt, waren diesmal andere Häfen von den Passagieren unsicher gemacht worden: In Port Said war ich nicht an Land, die Stadt soll aber extrem dreckig sein und wir fahren da im Prinzip nur hin, damit die Paxe die Pyramiden von Gizeh beäugen können (Dafür fahren viele Busse 3 Stunden hin und genausolange zurück für 2 Stunden alte Steine gucken. Weiss nicht genau, wieviele Busse das sind, aber auf jeden Fall mehr als 32 Stück!). Abends hatten wir um viertel vor zehn alles soweit fertig zum losfahren, aber die Verkehrszentrale von Port Said hat uns nicht gelassen. Ein Suezkanalkonvoi von Nord nach Sued hatte Vorrang und wir sind erst nach Mitternacht losgekommen.
Limassol war der nächste Hafen der Reise. Das ist der Hafen, in dem Zim früher die Container für Israel hat ausladen lassen, wenn in Ashdod und Haifa gestreikt wurde.
Ich habe da deutsche Kriegsschiffe gesehen, an Land war ich da nicht. Aber in Marmaris, was ein türkischer Hafen und Urlaubsort ist, habe ich eingekauft: Sonnenbrille, Hemden, Poloshirt (alles Original, also original nachgemacht in Italien) und günstig weil ich immer solange runtergehandelt habe bis ich den Preis hatte, den ich mir vorher als Maximum überlegte. Selbst eine aktuelle Ausgabe der Connect gabs da, die konnte ich sogar mit Dollar bezahlen.
Ansonsten ein schöner Ort, der nichts anderes tut, als Besuchern Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Promenade am Wasser ist nicht schlecht, aber ich habe noch nie soviele Cafes und Restaurants nebeneinander gesehen.
Von Marmaris wars nicht weit nach Rhodos, wozu es nichts spannendes zu erzählen gibt, ausser dass ich da zum Anlegen morgens schon um halb sechs aufstehen musste, eine Frechheit nach knapp vier Stunden Schlaf.
In Santurin waren wir gestern, das ist im Prinzip ein erloschener Vulkan, auf dessen Kraterrand weisse Häuser stehen glaub ich, an Land war ich da nicht. Der Kapitän hat den ganzen Tag das Schiff zwischen 2 und 4 Kabel von der steilen Geröllwand manövriert. Wir mussten treiben, weil es für Schiffe unserer Grösse da nur einen Ankerplatz gibt und der war besetzt. Über 1300 Paxe haben sich mit Santurinischen Tenderbooten an Land bringen lassen. Einige sogar zweimal, die waren zum Fressen aufm Schiff um dann wieder loszufahren, was unseren Reiseleiter arg erzürnte. Santurin ist übrigens die Insel, wo Anfang letzten Jahres ein Kreuzfahrtschiff untergegangen ist.
Heute ist Wechseltag, die meisten Passagiere reisen ab, neue Menschen schieben ihren Arsch an Bord. Auch einige Besatzungsmitglieder wechseln, wie z.B. der Kerl, der gestern meine Kabine reinigte.
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